Ausstellungseröffnung „So geht Verständigung – dorozumění“ am 12. August im Foyer des Erlanger Rathauses

Große Resonanz fand die Ausstellung des Sudetendeutschen Rates „So geht Verständigung – dorozumění“ bei der Eröffnung im Erlanger Rathaus. Aus ganz Mittelfranken sowie aus Unter- und Oberfranken fanden sich Besucherinnen und Besucher ein. Darunter der Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde und Präsidiumsmitglied des Sudetendeutschen Rates Albrecht Schläger und zahlreiche mittelfränkische Bezirksrätinnen und Bezirksräte.

 

Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß begrüßte die Gäste im Foyer des Rathauses. Sie bedankte sich bei der Generalsekretärin Christa Naaß dafür, dass sie die Ausstellung nach Erlangen gebracht hat. „Als Patenstadt für die Heimatkreise Brüx und Komotau übernehmen wir seit fast sieben Jahrzehnten selbst Verantwortung für die Verbesserung der deutsch-tschechischen Beziehungen und erleben sehr intensiv, wie über gemeinsame Projekte – vor allem in der Kultur und Aufarbeitung der Geschichte – die Beziehungen immer vertrauensvoller und offener werden. An diesem Werk der Verständigung und Versöhnung wollen wir gemeinsam nach Kräften mitwirken“, so die Bürgermeisterin, die in Vertretung von Oberbürgermeister Dr. Florian Janik sprach.

 

Christa Naaß freute sich, dass bei der Eröffnung auch Dr. Dörfler und Herr Nitzel von der Agentur Birke und Partner aus Erlangen anwesend waren, mit denen die Ausstellung in einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit konzipiert und erstellt wurde.

 

In ihrer Begrüßungsrede stellte die Generalsekretärin den Sudetendeutschen Rat, der im nächsten Jahr seinen 65. Geburtstag feiern kann, und dessen Aufgabenstellungen vor: Die Völkerverständigung zu fördern, insbesondere die Versöhnung und Verständigung zwischen Tschechen und Sudetendeutschen herbeizuführen sowie die Heimatpflege und Heimatkunde für die Sudetendeutschen und deren Heimatlandschaften in Böhmen, Mähren und Schlesien sowie in den neuen Heimatgebieten zu fördern.

 

„Um diese Aufgaben umsetzen zu können, haben wir u.a. auch diese Ausstellung auf den Weg gebracht“, so Christa Naaß. „Mit dieser 3sprachigen Ausstellung, die von der Gestaltung und Didaktik her zeitgemäß und zukunftsorientiert ist, wollen wir auch neue Zielgruppen, vor allem die jüngere Generation ansprechen. Die Ausstellung ist bewusst in die Zukunft gerichtet und hat nicht nur den Blick in die Vergangenheit. Es geht dabei um das jahrhundertelange Zusammenleben von Tschechen und Deutschen im Herzen Europas, aber auch um die Auseinandersetzungen im 19. Und 20. Jahrhundert, um den Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich, die nationalsozialistische Besetzung des tschechischen Reststaates sowie die Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Wir beleuchten aber auch das Leid der tschechischen Bevölkerung, wir zeigen Beispiele von sudetendeutschen Opfern, die verfolgt, inhaftiert, hingerichtet, ins Exil geflohen oder Widerstand leisteten.

 

Aber auch das Darstellen der Organisation der Heimatvertriebenen nach dem Krieg, ihre aktive Beteiligung am Wiederaufbau in den Aufnahmegebieten, um Integration und um Darstellung der heutigen aktiven Förderung des Verständigungsprozesses war uns wichtig, führte die Generalsekretärin weiter aus. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem EU-Beitritt Tschechiens im Jahr 2004, also vor 25 Jahren, rückten beide Völker auf Grundlage der Europäischen Verträge näher zusammen. Fast 90 deutsche Gemeinden und Landkreise haben heute Partnerschaften mit Tschechien und es gibt viele kleine und große Kooperationen über die Grenzen hinweg.

 

Die Ausstellung zeigt auf, dass das Verbindende zwischen Tschechen und Deutschen das Trennende überwinden soll. In der Ausstellung wird aber auch deutlich: Menschenrechte sind unteilbar. Heute und auch künftig ist es wichtig, immer für das Recht auf Heimat und das Recht auf Selbstbestimmung einzutreten und zwar für alle Völker und Volksgruppen.

 

„Die Geschichte nicht zu vergessen, sich ihrer zu erinnern, sie aufzuarbeiten und die richtigen Schlüsse für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen – gerade in einer Zeit zunehmenden Nationalismus und Rechtspopulismus – dazu soll auch diese Ausstellung dienen“, so Christa Naaß abschließend.

 

Die Ausstellung ist noch geöffnet bis zum 30. August.


Die bayerisch-tschechischen Beziehungen sind breit gefächert. Dies sagt Kristina Larischová, die tschechische Generalkonsulin in München im Gespräch für Radio Prag. Das Interview entstand während der Marienbader Gespräche, die am Wochenende stattfanden: 


Plenum des Sudetendeutschen Rates Januar 2018

Sudetendeutsche Zeitung 3/2018


Marienbader Gespräche April 2017

Sudetendeutsche Zeitung Folge 18, 05.05.2017


Neujahrsempfang in Prag Jan. 2017

Quelle: Sudetendeutsche Zeitung Nr. 3/2017


 

Präsidium des Sudetendeutschen Rates in Berlin September 2016


Besuch in Bubenreuth


Marienbader Gespräche Juni 2016


Besuch in Brünn März 2016



Plenum München Januar 2016


Ausstellung Hof 2015


Marienbader Gespräche 2015